Kredite, die für eine Finanzierung von Immobilien benötigt werden, haben mitunter eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren. Allerdings wird der zu Beginn der Finanzierung festgeschriebene Zins seitens der Banken nur über eine begrenzte Zeit- üblich sind in der Regel 10 Jahre – garantiert, sodass sich Kreditnehmer und Bank kurz vor Ablauf der Zinsbindung um eine Anschlussfinanzierung einigen müssen.
Anders sieht es aus, wenn sich ein Kreditnehmer bereits einige Zeit vor Ablauf der Zinsbindungsfrist einen aktuell günstigen Zinssatz für seine Anschlussfinanzierung sichern möchte, weil zu erwarten ist, dass sich die Zinsen in der Zukunft für ihn negativ entwickeln. In diesem Fall hat der Kreditnehmer die Möglichkeit, bei seiner Bank ein Forward-Darlehen abzuschließen.
Ursprünglich war dieses Konzept entwickelt worden für Wohnungsbaugenossenschaften mittlerweile erfreuen sich Forward-Darlehen aber auch in der privaten Immobilienfinanzierung großer Beliebtheit. Bis zu 60 Monate vor der Inanspruchnahme der Abschlussfinanzierung können bei einem Forward-Darlehen die Konditionen in einem Vertrag festgelegt werden. Bis zum Zeitpunkt, ab dem der Vertrag in Kraft tritt, sind keine Bereitstellungsgebühren zu zahlen. So haben auch private Immobilienfinanzierer die Möglichkeit auf ein günstiges Zinsniveau zu reagieren und eine Abschlussfinanzierung frühzeitig zu planen. Besonders Darlehensnehmer, die viel Wert auf Sicherheit und eine vollständige Planung legen, können so das Risiko der Zinsschwankungen entkräften.
Dennoch sind auch solche Darlehen nicht ohne Risiko, denn niemand kann seriös vorhersagen, ob sich die Zinsen tatsächlich zu Beginn der Anschlussfinanzierung so entwickelt haben, dass der Zinssatz aus dem Forward-Darlehen der günstigere ist.
Denn einmal abgeschlossen, ist eine Nachverhandlung über den Zinssatz bei einem Forward-Darlehen ausgeschlossen. Außerdem ist ein Forward-Darlehen nicht umsonst. Vielmehr werden die Zinsen für die Anschlussfinanzierung durch einen Zinsaufschlag beim Forward-Darlehen abgesichert. Die Höhe der Forward-Darlehen Zinsen ist abhängig davon, wie lange im Voraus der Kreditnehmer das Forward-Darlehen abschließt; möglich sind bis zu fünf Jahre. Für jeden Monat im Voraus können 0,01 bis 0,03 % Forward-Darlehen Zinsen je nach Anbieter festgesetzt werden. Das würde bei einer Vorlaufzeit von 24 Monaten und einem Zinssatz von 0,02 % einen Zinsaufschlag in Höhe von 0,48 % ausmachen, der im Übrigen auch für die Dauer der Zinsbindungsfrist der Anschlussfinanzierung zu zahlen ist.
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Schufa steht für “Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung”. Die Schufa ist ein unabhängiger Verband vieler Kreditinstitute und Unternehmen. Die Schufa sammelt Daten über die Kreditwürdigkeit von Personen. Das heißt: Wer in der Vergangenheit ein zuverlässiger Kreditnehmer oder Kunde war, kann auch künftig leicht einen Kredit bekommen.
Die Schufa existiert übrigens schon seit 1927 und ist mittlerweile eine Aktiengesellschaft (Schufa Holding AG) mit über 80 Millionen Euro Jahresumsatz (2006) und über 750 Mitarbeitern.
In der Schufa-Datenbank sind 64 Millionen Personen und 407 Millionen dazugehöriger Daten gespeichert. Damit hat die schufa den bundesweit größten Datenpool zum Zahlungsverhalten. Laut Betreiberangaben werden jährlich 82 Millionen Auskünfte erteilt.
Die Schufa selbst sagt, dass 93 Prozent der gespeicherten Daten zu Personen positiv sind. Diese Menschen bezahlen ihre Kredite und Raten pünktlich und sind auch weiterhin kreditwürdig. Wenn Sie selbst eine Auskunft über Ihre Kreditwürdigkeit oder den Datenbestand zu Ihrer Person bei der Schufa anfordern möchten, können Sie das hier tun: Schufa.de
Der effektive Zinssatz muss nach der gesetzlichen Preisangabeverordnung in jedem Fall angegeben werden. Er beinhaltet nicht nur die Zinsen (Nominalzins), sondern alle durch einen Kredit entstehenden Kosten berücksichtigt. Nur über den Effektivzins lassen sich Kreditangebote wirklich vergleichen. Folgende Kosten können bei Abschluß eines Kreditvertrages anfallen:
Nominalzins: Die Zinsen, die Sie für den noch nicht zurückbezahlten Teil des Kredits bezahlen müssen.
Disagio: Ein Teil des Kredites, den die Bank gar nicht erst auszahlt. Das bedeutet Sie nehmen einen Kredit über 10000 Euro auf, erhalten aber nur 9500 Euro. In diesem Fall beträgt das Disagio 5 Prozent. Oft wird der Betrag dazu verwendet eine Restschuldversicherung oder die Provision für die Kreditvermittlung zu bezahlen. Zusätzlich sinkt meist der Nominalzins . Leider ist die Berechnung der niedrigeren Zinsen sehr kompliziert, so dass Sie diese Rechnung kaum überprüfen können. Vorsicht also, wenn der Begriff Disagio fällt.
Restschuldversicherung: Das ist eine Art Lebensversicherung, mit der sich die Banken für den Fall absichern das ein Kreditnehmer krank oder arbeitslos wird und seinen Zahlungsverpflichtungen (Zinsen und Tilgung) nicht mehr nachkommen kann. Im Todesfall wird durch die Versicherung die Restschuld getilgt. Vorsicht: Die Kosten für so eine Restschuldversicherung können bis zu 30 Prozent der Kreditsumme betragen.
Provision: Ein bestimmter Betrag, den die Bank an den Vermittler bezahlt und der oft an den Kreditnehmer weitergereicht wird.
Schreibgebühr: Ein kleiner Obulus, den die Bank gerne für das Ausfüllen der Formulare erhebt. Meistens können Sie diesen in den Verhandlungen streichen lassen.